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Foto: M. Jungblut
23. Mai 2024

Helmut Debus: Mittagskonzert in der Schauburg

Vergleiche regionaler Künstler mit internationalen Topstars muten oftmals etwas übertrieben und verklärt an. Helmut Debus aber als „norddeutschen Leonard Cohen von der Unterweser“ zu bezeichnen dürfte hingegen den meisten schon nach kurzer Zeit des Hörens seiner Musik als schlüssig erscheinen.

Wo?
Wann?
Schauburg
Sonntag, 23. April 2023, 12:00 Uhr

Vor drei Jahren sei der kanadische Musiker und Produzent Martin Gallop auf ihn aufmerksam geworden und habe den Kontakt gesucht. „Er fragte mich damals, ob ich eine neue Platte machen möchte. Und er empfahl mir, dieses Mal tiefer zu singen. Das war wie eine Erleuchtung für mich“, so der Singer/Songwriter, der dann gemeinsam mit Gallop das Erfolgsalbum „Angst legg di slapen“ aufnahm, welches ihm teils überschwängliche Rezensionen unter anderem im „Rolling Stone“-Magazin einbrachte.

Debus, geboren 1949 und aufgewachsen in Brake an der Unterweser, schreibt seit mehr als 50 Jahren eigene Lieder und Texte – auf Plattdeutsch. Für ihn ist die niederdeutsche Sprache seine Universalsprache, er begreift sich selbst als plattdeutschen Songpoeten. Für seine Kunst wurde der mittlerweile 73-Jährige vielfach ausgezeichnet – mit dem Literaturpreis der Oldenburgischen Landschaft, dem Literaturpreisw der Stadt Kappeln, dem Bad-Bevensen Preis, dem Niedersächsischen Künstlerstipendium und dem GEMA-Autorenpreis. Viele seiner Songs waren unter den Top Ten der „Liederbestenliste”. Jüngst kam eine weitere, die für ihn vielleicht bedeutendste Auszeichnung hinzu: Für sein aktuelles Werk „Angst legg di slapen“ wurde Debus mit dem „Preis der deutschen Schallplattenkritik“ geehrt. In der Laudatio von Jochen Arlt heißt es: „Seinesgleichen ist nirgendwo zu hören von Rostock bis Garmisch. Das gilt auch für dieses Album. Ein Meisterwerk. Helmut Debus macht seit 50 Jahren von der Wesermarsch aus per Plattdeutsch, Gitarre, Band plus reifender sonorer Stimme emotionale Bewegtheit spürbar. Müßig, seine seelentiefe Mundartpoesie nicht sogleich Wort für Wort zu verstehen. Schon die ersten aufgeschnappten Textfragmente wirken wie das Aroma der auch zeitkritischen Botschaften. Sie sind Dylan und Waits, Cohen wie Jeff Hardy verhalten zugetan. Alles vermittelt durch edel schmelzende, aber nie schmalzige Sounds. Debus steht längst in einer Reihe mit May, Wader, Wecker oder Wenzel.“

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