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Foto: Gaby Ahnert
19. Juni 2024

Interview mit Carolin Reuther von der CityInitiative Bremen

„Die City war schon immer Kulturtreffpunkt“

„Die City war schon immer Kulturtreffpunkt“

Wenn es um Fragen und Anliegen rund um die Bremer Innenstadt geht, ist Carolin Reuther die passende Ansprechperson. Als Geschäftsführerin der CityInitiative Bremen Werbung e. V. kümmert sie sich um die Organisation und Durchführung von Events und Aktionen, die das Zentrum der Hansestadt zum attraktiven Ziel für Besucher:innen und Bewohner:innen gleichermaßen macht. Im Interview spricht sie von allgemeinen Zielen, aktuellen Entwicklungen und bevorstehenden Events im Bremer Stadtkern.

 

Frau Reuther, wie nehmen Sie selbst die Bremer Innenstadt wahr?
Ich finde die Bremer Innenstadt sehr schön, auch fernab meines beruflichen Blicks. Unter anderem die Aussicht von der Obernstraße auf den Dom löst bei mir immer wieder einen Wow-Effekt aus, genauso, wie der Marktplatz. Derzeit beginnen wir mit der Begrünung der Innenstadt und errichten kleine Frühlingsgärten. Ich freue mich auf die Atmosphäre, Lebendigkeit und die Idylle, die dadurch entsteht. Es war lang genug sehr kalt und es wird Zeit für den Frühling in der Stadt.

Können Sie erklären, was die Aufgabe der CityInitiative ist?
Die CityInitiative besteht aus Geschäftsstelle und Vorstand und vertritt die Interessen der innerstädtischen Wirtschaft. Viele Menschen denken da sofort an die Einzelhändler, dazu gehören aber auch Kulturschaffende, Gastronomen und ansässige Dienstleister. Wir vertreten deren Interessen gegenüber Politik und Verwaltung. Darüber hinaus erhalten und stärken wir diesen Wirtschaftsstandort, zum Beispiel durch das Schalten von Werbung und die Umsetzung von Projekten. Unser Fokus liegt auf der Erlebnis- und Aufenthaltsqualität in der Innenstadt.

Stichwort Aufenthaltsqualität: Was kann die CityInitiative dazu beitragen, damit die Innenstadt zum Verweilen einlädt?
Damit die City ein attraktiver Ort ist, braucht es Plätze, an denen die Menschen durchatmen und den Moment genießen können. Exemplarisch für die Einladung zum Verweilen ist das Aufstellen von Sitzbänken. Die Aufenthaltsqualität ist auch gekoppelt an das Thema Familienfreundlichkeit. Dafür haben wir beispielsweise eine kostenfreie Kinderbetreuung eingerichtet oder stellen Sandkästen auf. Auch Sauberkeit ist ein wichtiger Punkt. Das liegt zwar nicht in unserer Hand, wir stoßen dies jedoch immer wieder an.

Welche Entwicklung der Innenstadt finden Sie aktuell besonders spannend?
Hochspannend finde ich die Entwicklung des Balgequartiers. Die Neugestaltung und Ausrichtung eines kompletten innerstädtischen Quartiers, das in enger Zusammenarbeit zwischen dem Investor und der Stadt entsteht, ist deutschlandweit so sicherlich einzigartig. Bei der Schnelligkeit des Baufortschritts können sich andere etwas abschauen. Und durch die großartige Arbeit besteht bereits jetzt die Aussicht auf tolle, neue Mieter.

Sie richten auch Veranstaltungen aus. Aktuelles Beispiel ist das „HOEG CitySommerFest“. Wie lautet Ihr Fazit zur Veranstaltung im vergangenen Sommer?
Absolut positiv, das „HOEG“ 2022 war ein Erfolg auf ganzer Linie. Ich war von der positiven Resonanz und der großen An-zahl von Besucher:innen überrascht – das hätte selbst ich in diesem Umfang nicht erwartet. Wir konnten die Bremer Innenstadt damit auch als Musikstandort präsentieren und einen Ort der Begegnung schaffen. Die City war schon immer Kulturtreffpunkt, was in den letzten Jahren vielleicht ein wenig untergegangen ist. Die Glocke ist das bedeutende Musikhaus in der City, Museen und Galerien existieren in direkter Nähe zueinander. Unsere Events rufen diese Vielfalt wieder ins Gedächtnis.

Was planen Sie für dieses Jahr?
Natürlich das „HOEG 2023“. Zudem starten wieder unsere Frühschoppen-Konzerte auf dem Ansgarikirchhof mit verschiedenen Künstlern. Außerdem stehen das „Heimat-Shoppen“ und die „Maritime Woche“ auf dem Programm. Mein persönliches Highlight werden am Ende des Jahres „Lichter der City“ sein.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft der Innenstadt?
Dass die Bremer ihre Innenstadt mehr feiern, auch wenn es Probleme gibt. Auf ein solches Weltkulturerbe sind andere Städte sicher ein wenig neidisch. Ich würde mir zudem wünschen, dass die Innenstadt mehr zum Lebensquartier wird und mehr Menschen dort wohnen, denn dadurch entstehen neue Impulse. Wir müssen versuchen, alle Menschen abzuholen.

Das Interview führte Jennifer Fahrenholz.

„Hoeg" ist Plattdeutsch und bedeutet Freude. Das verspricht das „HOEG CitySommerFest“ 2023 vom 29. Juni bis 1. Juli in der Bremer Innenstadt. Organisiert von der CityInitiative Bremen in Zusammenarbeit mit verschiedenen Partner:innen, bietet das Fest ein abwechslungsreiches Programm für alle Altersgruppe.

Jennifer Fahrenholz
Redakteurin

Tipp der Redaktion: HOEG CitySommerFest

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