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Foto: Bremer Geschichtenhaus
27. Juni 2026

Lebendige Vergangenheit

Bremer Geschichtenhaus feiert 20-jähriges Bestehen

Bremer Geschichtenhaus feiert 20-jähriges Bestehen

Mitten im malerischen Schnoorviertel öffnet sich im St. Jacobus-Packhaus eine Tür in die Vergangenheit: Im Bremer Geschichtenhaus erwachen Jahrhunderte Stadtgeschichte zum Leben. Hier riecht man das Gewürzlager der Kaufleute, hört die Rufe vom Hafen, begegnet der Kapitänin „Fisch-Lucie“ oder dem eigenwilligen Heini Holtenbeen – und erlebt Bremen mit allen Sinnen.

Seit 2006 präsentiert der Beschäftigungsträger Bras e. V. das Bremer Geschichtenhaus als lebendiges Museum. Doch nicht nur das Ambiente und die Ausstellung sind besonders, sondern auch der soziale Aspekt: Arbeitsuchende Menschen schlüpfen unter professioneller Anleitung in historische Rollen, lernen Schauspiel, Stimme sowie Präsenz und führen Gäste durch verschiedene Epochen der Stadt. Die Kostüme nähen sie oft selbst, die Figuren füllen sie mit eigener Persönlichkeit und Herzblut.

 

„Durch das ständige Kommen und Gehen verändern sich unsere Ausstellungen immer wieder“, sagt Bras-Betriebsleiterin Sara Fruchtmann, die das Konzept vor 20 Jahren entwickelte. Jede neue Darstellerin und jeder neue Darsteller bringe frische Perspektiven auf alte Geschichten – und mache so das Museum zu einem Ort stetiger Wandlung.

Finanziert wurde das Geschichtenhaus bisher überwiegend aus öffentlichen Mitteln der Stadt, des Bundes und des Europäischen Sozialfonds. Nachdem ein Teil dieser Fördermittel gekürzt wurde, stand das Projekt im Herbst 2024 vor dem Aus. Dank einer überbrückenden Großspende durch die Karin-und-Uwe-Hollweg-Stiftung und einer großen Solidarität in der Stadt kann das Geschichtenhaus wieder mit Zuversicht in die Zukunft blicken: Die Finanzierung ist zumindest bis zum 31. Januar 2027 gesichert. „Besonders der Zuspruch von allen Seiten hat uns in dieser Zeit sehr geholfen“, betont Fruchtmann.

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