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Foto: Jens Koch Photography
23. September 2022

„Klar im Kopf und Herzen“

Sasha im Interview / Tourauftakt am Samstag, 8. Oktober

Von der Kleinstadt Soest auf internationale Bühnen: Ende der 1990er-Jahre avancierte Sasha mit der Single „If You Believe“ zum Superstar – ein Song, der dem Künstler keinesfalls nur ein One-Hit-Wonder bescherte, sondern den Beginn einer langjährigen Karriere markierte, die er nun auf besondere Art und Weise zelebrieren möchte. Unter dem Titel „This Is My Time – Die Show!“ präsentiert Sasha, der mit vollem Namen Sascha Röntgen-Schmitz heißt, ein humorvolles und musikalisches Revueprogramm über sein Leben. Im STADTMAGAZIN-Interview blickt der 50-Jährige auf den Beginn seiner Karriere zurück und verrät, was er sich von seinem Herzensprojekt verspricht.

Von der Kleinstadt Soest auf internationale Bühnen: Ende der 1990er-Jahre avancierte Sasha mit der Single „If You Believe“ zum Superstar – ein Song, der dem Künstler keinesfalls nur ein One-Hit-Wonder bescherte, sondern den Beginn einer langjährigen Karriere markierte, die er nun auf besondere Art und Weise zelebrieren möchte. Unter dem Titel „This Is My Time – Die Show!“ präsentiert Sasha, der mit vollem Namen Sascha Röntgen-Schmitz heißt, ein humorvolles und musikalisches Revueprogramm über sein Leben. Im STADTMAGAZIN-Interview blickt der 50-Jährige auf den Beginn seiner Karriere zurück und verrät, was er sich von seinem Herzensprojekt verspricht.

Herr Röntgen-Schmitz, „die schmierigste und seltsamste Nummer, die mir je untergekommen war“, so schildern Sie in Ihrer Autobiografie den ersten Eindruck Ihrer Erfolgssingle „If You Believe“. Was hat Ihnen am Song nicht gefallen?

Ich kann es tatsächlich gar nicht genau sagen. Es waren die Neunziger, eine Zeit, in der ich endlich einen Plattenvertrag bekommen habe. Nach dem Song „I’m Still Waitin“ mit Young Deenay sah ich meine Reise als neuer George Michael in eine soulige Popwelt (lacht). „If You Believe“ war für mich nichts davon. Es war weder Pop, der zu der Zeit angesagt war, noch besonders soulig. Für mich war es einfach nur eine ganz merkwürdige Nummer, mit der ich mich überhaupt nicht wohlgefühlt habe. Im Tonstudio habe ich damals gesagt, dass es vergebene Liebesmüh sei und ich den Song definitiv nicht rausbringen würde. Beim Singen merkte ich dann langsam, dass er gar nicht so schlecht ist. Und beim dritten Durchgang kam dann die Erkenntnis: Der ist sogar ziemlich gut. Ich wusste, eben weil er nicht in die Zeit reinpasst, kann er ein echter Klassiker werden.

Wie meinen Sie das?

Es gibt diese Songs, die musikalisch nicht genau das widerspiegeln, was aktuell angesagt ist, und die genauso gut zwanzig Jahre früher hätten geschrieben werden können und die auch dann funktioniert hätten. „If You Believe“ war eben einer dieser Songs. Es sind Melodien, die einfach catchen. Das Lied war übrigens keine Nummer, die von Anfang an funktioniert hat. Sie ist nach und nach in den Charts nach oben geklettert und schließlich ging es um die ganze Welt damit. Das war schon spannend.

Welches Verhältnis haben Sie heute zu dem Song?

Ich liebe den! Natürlich habe ich ihn irgendwann eine Weile auch gehasst, aber das bleibt ja nicht aus. Auf einer damaligen Amerika-Promoreise habe ich mal gezählt und festgestellt, dass ich den Song sieben Mal am gleichen Tag in drei verschiedenen Städten gesungen habe – und das über mehrere Wochen lang. Heute genieße ich es sehr, ihn zu singen. Ich habe ihn selten fest im Programm, spiele ihn aber regelmäßig als Zugabe.

„Ich selbst liebe Hits und bin selbst absolut kein B-Seiten-Hörer.”

Sie sind seit mehr als 20 Jahren im Musikbusiness und haben Anfang des Jahres Ihren 50. Geburtstag gefeiert. Inwieweit ist Ihr neues Showprogramm für Sie das richtige Mittel, um einen Rückblick zu wagen?

Das Schöne ist, dass die Show eben nicht nur ein Rückblick ist, sondern für mich die beste Art und Weise ist zu zeigen, was ich sein möchte. Das Motto lautet nicht nur „Das war mein Leben“, sondern eben auch „Das bin ich heute“: der erwachsene und gereifte Musiker und Künstler. Ich möchte mich als den Gesamttypen zeigen, als den ich mich selbst immer wahrgenommen habe. Ich hatte immer die Vision, irgendwann mal als Entertainer wie Frank Sinatra oder Dean Martin auf der Bühne zu stehen und meine ganze künstlerische Bandbreite zu zeigen. Ich denke, man muss einfach nur das Gespür für den richtigen Zeitpunkt dafür entwickeln, und der ist jetzt da.

Mit welchen Emotionen blicken Sie auf Ihre bisherige Karriere zurück? Sie waren als Teenieschwarm auf ziemlich vielen ­„Bravo“-Covern vertreten.

Ich finde das heute unfassbar witzig. Ich war schon sehr stolz auf mein erstes „Bravo“-Cover. Es war ein Meilenstein, den ich einfach erreichen wollte, zumal ich damals auch schon 26 war. Dann kam irgendwann die Zeit, in der ich in den krediblen Sektor wechseln wollte, da es mir nicht gefallen hat, dass Leute mich zum Teil für die Art und Weise meiner Musik von oben herab behandelt haben. Das habe ich versucht mit meinen nächsten Platten, die folgten, umzusetzen. Sie haben mir dann auch mehr Kredibilität, dafür aber weniger Erfolg eingespielt, was in Ordnung und einkalkuliert war. Anschließend kam dann die Phase, in der sich beide Bereiche miteinander vermengt haben und so ist es bis heute. Ich selbst liebe Hits und bin selbst kein B-Seiten-Hörer.

Lassen Sie uns abschließend einen Blick in die Zukunft wagen. Haben Sie Wünsche und Träume, die Sie sich als Künstler noch erfüllen möchten?

Ich erfülle mir mit meiner Show gerade einen großen Traum, daher wäre es vermutlich vermessen, schon an den nächsten zu denken. Natürlich wünsche ich mir, dass dieser beim Publikum ankommt und funktioniert, damit ich diesen Traum weiterleben kann. Ansonsten ist mir das Wichtigste, klar im Kopf und Herzen zu bleiben und mutig zu sein, um weiterhin auch mal unpopuläre Entscheidung zu treffen.

Sasha: „One-Man-Show“ im Metropol Theater

Eine Buchbiografie, ein Best-of-Album, ein Dokumentarfilm – wenn es darum geht, eine langjährige Karriere zu würdigen, wählen Künstlerinnen und Künstler verschiedene Mittel und Wege. Das gilt auch für Sasha, der in diesem Herbst mit einem besonderen Format die deutschen Bühnen betritt. So präsentiert der Entertainer unter dem Titel „This Is My Time – Die Show!“ eine Bühnenproduktion über sein Leben. In enger Zusammenarbeit mit Thomas Hermanns (Regie) ist eine zweistündige „One-Man-Show“ entstanden, welche Sashas wichtigsten Meilensteine nachzeichnet und als Revueprogramm mit Musikern, Sängern und Tänzern umgesetzt wird.

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