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Michaela Schaffrath.
#Kolumne – Michaela Schaffrath entdeckt Bremen
7. Dezember 2022

Reif für die Insel

Dieses Mal entdeckt Michaela Schaffrath die Bremer Umgebung und begibt sich auf sandiges Terrain.

Dieses Mal entdeckt Michaela Schaffrath die Bremer Umgebung und begibt sich auf sandiges Terrain.

Kürzlich habe ich einen tollen Tipp bekommen, als meine „Work-Life-Balance“ ein wenig durcheinandergeraten war. Ich war buchstäblich reif für die Insel, aber mal eben spontan auf eine solche zu kommen, ist ja auch nicht immer so einfach. Zum Glück gibt es eine wunderbare Alternative in unserer unmitelbaren Nähe: die Flussinsel Harriersand!

Harriersand liegt in der Unterweser gegenüber der Hafenstadt Brake und zählt mit elf Kilometern Länge und 500 Metern Breite zu einer der größten Flussinseln Europas. Durch einen kleinen Nebenarm der Weser wird das Erholungsgebiet eine Insel. Und das Beste ist, dass sie nur circa 45 Kilometer vom Bremer Stadtzentrum entfernt ist. Wir waren mit dem Cabrio unterwegs und ich habe die Fahrt dorthin schon sehr genossen. Sobald wir die 70 Meter lange Brücke über den besagten Nebenarm passiert hatten, waren wir in einer anderen Welt unterwegs. So weit das Auge reicht, sind saftige Wiesen und Weiden mit glücklich dreinschauenden Kühen, ein paar Äcker und vereinzelte Gräben voller Entengrütze zu sehen, in denen sich das Schilf im Wind wiegt. Es gibt nur eine schmale Straße, die sich über die gesamte Insel schlängelt, vorbei an ein paar wenigen Bauernhöfen und Häusern mit Ferienwohnungen. Sie endet kurz vor der Inselspitze im Norden, wo sich der schmale Nebenarm mit dem Hauptstrom der Weser wiedervereinigt. Dort angekommen, geht es nur noch zu Fuß weiter in ein kleines Wattgebiet, das lediglich bei Niedrigwasser erreichbar ist. Wer übrigens nicht mit dem Auto fahren möchte, kann alternativ mit dem Schiff vom Martini-Anleger bis nach Brake fahren und dort mit der Personenfähre „Guntsiet“ nach Harriersand übersetzen.

 

Direkt am Fähranleger befindet sich die einzige Gastronomie der Insel, die „Strandhalle“. Dort können Sie zwar nur am Wochenende lecker essen oder kaffeesieren, der dazugehörige Kiosk hat die ganze Woche geöffnet. Rund um den Fähranleger hat sich eine kleine Urlauberkolonie gebildet und ein Campingplatz bietet die Möglichkeit, auf der Insel (ausschließlich im Zelt) zu übernachten. In unmittelbarer Nähe erstreckt sich eine idyllische Dünenlandschaft mit feinem Sandstrand, der zum Sonnenbaden, Spazierengehen oder zum Baden einlädt. Sie können aber auch einfach nur am Strand sitzen und das Treiben im Hafen gegenüber beobachten oder die dicken Pötte, die auf ihrem Weg nach Übersee vorbeiziehen. Hauptsache, die „Work-Life-Balance“ ist wieder im grünen Bereich. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen schönen Sommer: Genießen Sie die Inselidylle in der Weser.

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