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Foto: Jörg Landsberg
#Theater
30. April 2026

„Wie ein Hollywood-Movie“

Marco Štorman inszeniert „Die Zauberflöte“

Marco Štorman inszeniert „Die Zauberflöte“

Er kennt das Haus gut, hat hier einige seiner prägenden Inszenierungen realisiert – ab der Spielzeit 2026/27 wird Marco Štorman Co-Spartenleiter Musiktheater am Theater Bremen. Noch in dieser Spielzeit bringt er gemeinsam mit dem Ersten Kapellmeister Sasha Yankevych Mozarts „Die Zauberflöte“ auf die Bühne. Ein Gespräch über Heimkehr, Theatermagie und die Lust, neu anzufangen.

Herr Štorman, ab der kommenden Spielzeit übernehmen Sie die Co-Leitung der Sparte Musiktheater am Theater Bremen. Was hat Sie dazu bewogen, diese Aufgabe anzunehmen?
Mich verbindet unglaublich viel mit dem Haus. Ich habe hier 2015 meine erste Musiktheaterinszenierung gemacht und enge künstlerische Weggefährt:innen kennengelernt. Als sich nun die Gelegenheit ergab, zurückzukehren, fühlte sich das sehr organisch an. Außerdem komme ich aus Hamburg – ich bin ein Nordkind und fühle mich hier einfach zu Hause.

Vorerst steht Mozarts „Zauberflöte“ auf dem Spielplan. Warum ausgerechnet dieses Stück?
Weil es eines der bekanntesten und zugleich unbekanntesten Werke der Opernliteratur ist! Alle kennen die Musik, aber kaum jemand kann die Handlung nacherzählen. Das Stück vereint alles: Märchen, Abenteuer, Philosophie. Und Mozarts Musik ist so fein und verbindend, dass sie Generationen zusammenbringt. Nach eher schweren Stoffen hatte ich Lust auf einen leuchtenden Theaterabend – fast wie ein Hollywood-Movie auf der Bühne.

 

Also ein Abend voller Fantasie und Spielfreude?
Genau. Mich interessiert die Zauberflöte als Abenteuergeschichte und Coming-of-Age-Erzählung von Tamino und Pamina.Es geht um das Erwachsenwerden, um Staunen und Entdecken – um Themen, die Jung und Alt bewegen.

Wie gelingt es Ihnen, einem so oft gespielten Klassiker dennoch etwas Eigenes zu geben?
Ich folge oft einem „Mozart-Trick“: Seine Melodien wirken leicht, aber sie sind voller Abgründe. Der Vogelfänger etwa klingt fröhlich, ist aber eigentlich sehr einsam. Wenn man diese Gegensätze sichtbar macht, entstehen neue Perspektiven.

Sie arbeiten erneut mit dem Ersten Kapellmeister Sasha Yankevych zusammen. Wie funktioniert Ihr Zusammenspiel?
Wir kennen uns gut und haben schon vor einigen Jahren gemeinsam Mozart gemacht. Das ist, als würden wir in ein Auto steigen, das wir beide schon einmal gefahren sind. Wir verstehen uns schnell, können Ideen direkt austauschen, manchmal auch leidenschaftlich diskutieren. Aber genau daraus entsteht Energie – und gegenseitiges Vertrauen.

Und mit welchem Gefühl soll das Publikum nach Hause gehen?
Mit Neugier und Zuversicht. Wenn am Ende die Türen aufgehen und man denkt: Die Welt ist voller Möglichkeiten, dann war es ein gelungener Abend.

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