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Die Artisten Erika Ahola und Mathias Salmenaho in ihrer mobilen Sauna. Foto: Kristina Wiede
25. Juni 2024

Hinter den Kulissen der GOP-Show „Wilderness“

Erst wilde Show, dann Schwitzbude

Erst wilde Show, dann Schwitzbude

Erika Ahola hackt Brennholz. Foto: Kristina Wiede

„Zack bum“ knallt die Axt durch den Scheit und spaltet ihn in zwei Teile. Scheinbar mühelos schwingt Erika Ahola das Werkzeug, lässt es treffsicher auf das Holz knallen, sammelt das Brennholz ein und übergibt es an Mathias Salmenaho. Kurz darauf ist das Feuer im Ofen entfacht und die Luft in der selbst gebauten finnischen Sauna erwärmt sich rasch. Man könnte nun denken, wir befinden uns im hohen Norden, in Finnland, dem Heimatland von Erika und Mathias – doch nein. Die Schwitzbude der Marke Eigenbau steht aktuell in einem Hinterhof in Woltmershausen, wo das Ensemble der aktuellen GOP-Show „Wilderness“ für eine Spielzeit von rund zehn Wochen ein Zuhause gefunden hat.

Mathias Salmenaho facht das Feuer im Ofen an. Foto: Kristina Wiede

Als wir die beiden Finnen zur Besichtigung der mobilen Sauna treffen, liegt die Premiere eine Woche zurück. Seitdem hat Erika sieben weitere Male ihre Handstandperformance gezeigt, ebenso oft hat Mathias mit bis zu sieben Keulen jongliert. Der Titel der Show ist Programm: Wild geht es auf der Bühne zu und die Show verlangt den Künstler:innen ihren vollen Einsatz ab. Neben den akrobatischen Darbietungen am Vertikaltuch, unter anderem auf dem Teeterboard und Cyr Wheel punktet die Show mit ihren vielfältigen komödiantischen Aspekten. Die Artist:innen zeigen, wie überraschend divers ihr Können ist, und schlüpfen in immer neue Rollen. Vor allem die Auftritte des Franzosen Jacques Schneider, der einen pöbelnden Waldschrat mit Kettensäge verkörpert, entlocken dem Publikum zahlreiche Lacher. In der Show glänzt er zudem mit einer einzigartigen Performance auf dem Kunstrad. Kern des Bühnenbildes ist – na klar – eine Sauna.

Die Schwitzkur beginnt. Foto: Kristina Wiede

Anders als die Schwitzbude auf der GOP-Bühne ist das Exemplar in Woltmershausen ein finnisches Original, insgesamt 150 Kilogramm schwer und für seinen Besitzer Mathias ein Stück Heimat. „Ich komme aus dem hohen Norden, dort ist es kalt. Die Sauna dient dort dem Wohlbefinden und der Körperhygiene – sie ist Teil unserer Kultur“, so der Finne. Wenn er unterwegs ist, habe er sein Outdoor-Equipment immer in seinem Anhänger dabei.

Bis am 14. Juli in Bremen der Vorhang für „Wilderness“ fällt, wird noch einige Male der Saunaofen angeheizt. Zur Entspannung nach den anspruchsvollen Shows und als Ausdruck finnischen Selbstverständnisses. Fun Fact: Das Brennholz aus der Show wird in der echten Sauna verheizt.

Weitere Infos zur Show: www.variete.de

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