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Foto: Sven A. Hagolani
25. August 2026

„Es gibt immer Anlass zur Hoffnung“

Bodo Wartke und die SchönenGutenA-Band präsentieren neues Programm „In guter Begleitung“ im Pier 2

Bodo Wartke und die SchönenGutenA-Band präsentieren neues Programm „In guter Begleitung“ im Pier 2

Mit neuen Liedern, frischen Arrangements und vertrauten Klassikern kommt Bodo Wartke Anfang September mit der SchönenGutenA-Band nach Bremen. Im Interview spricht der Klavierkabarettist über die Freiheit des Spiels mit Band, über Songs, die sich weiterentwickeln dürfen, und über die Leichtigkeit, die ein guter Abend hinterlassen soll.

Herr Wartke, Sie sind als Künstler unglaublich vielseitig: Klavierkabarett, Theater, Orchester – und nicht zuletzt die Auftritte mit der SchönenGutenA-Band, mit der Sie im September nach Bremen kommen. Welche Schwerpunkte setzen Sie in diesem neuen Programm?
Bodo Wartke: Wenn ich eine Band dabeihabe, kann ich all die Dinge tun, die sonst nicht gehen. Ich kann mich vom Instrument entfernen, tanzen, und wir können mehrstimmig singen. Wir haben meine Sololieder im Repertoire, die wir jetzt im Bandarrangement spielen, und andere, die wirklich nur als Band funktionieren. Wir haben zum Beispiel das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland vertont, sodass man es prima mitsingen und dazu tanzen kann. Ich finde, das wurde auch mal Zeit!

Wie entsteht ein Bodo-Wartke-Lied, von der Rohfassung bis zur Endversion?
Wenn ich von der Idee überzeugt bin, weiß ich im Grunde auch, dass am Ende ein fertiger Song daraus wird. Ich habe festgestellt, dass man der deutschen Sprache da vertrauen kann: Alles, was man sagen möchte, lässt sich so auf den Punkt bringen, dass es sich auch noch reimt. Wer keine Lösung findet, hat nur noch nicht lang genug gesucht.

Und wenn es einmal hakt?
Es hat bisher immer eine Lösung gegeben. Wenn ich mich entscheide, ein Lied nicht mehr zu singen, dann eher aus inhaltlichen Gründen. Dann kann ich es aber umschreiben. Das habe ich bei etlichen Liedern gemacht. Ich finde es spannend, dass ein Lied nicht in Stein gemeißelt ist, sondern sich weiterentwickeln darf.

Welche Rolle spielt dabei das Publikum?
Vor allem ist das Publikum ein wichtiges Korrektiv in der Testphase eines Liedes. Und natürlich bringen Leute mich auch immer wieder auf Ideen, etwa wenn sie mir nach einem Auftritt etwas erzählen oder mir Nachrichten zuschicken.

Ihre Zusammenarbeit mit der SchönenGutenA-Band dauert inzwischen schon 15 Jahre. Was schätzen Sie daran besonders?
Vor allem den bandinternen Humor – wie wir uns verstehen und worüber wir uns abseits der Bühne köstlich amüsieren können. Und natürlich das Zusammenspiel.

Mit ihnen unterwegs zu sein, macht einfach total Spaß. Das hat oft etwas von Klassenfahrt. Wenn wir uns zum Proben bei mir zum Frühstück treffen, müssen wir manchmal aufpassen, dass wir vor lauter Lachen auch wirklich irgendwann anfangen zu arbeiten.

Welche Ihrer Klassiker zeigen im Band-arrangement eine neue Seite?
Bei „Eva“, das ich normalerweise auch am Klavier spiele, ist dieses Mal gar kein Klavier dabei – ich spiele stattdessen Ukulele, und das Ganze hat einen sehr entspannten ­Reggae-Vibe. Das klingt völlig anders, als man es von mir kennt. Und bei „Regen“ verstärkt das Arrangement den Groove, den dieser Song eh schon hat. Das funktioniert mit Band viel besser und wird so zugleich sehr tanzbar.

Was Sie auszeichnet, ist der Spagat zwischen Witz, Klugheit und Hochkultur, die bei Ihnen ganz leicht daherkommt. Wie gelingt Ihnen das?
Wahrscheinlich, weil ich keine Grenze zwischen ernster Musik und Unterhaltungskultur ziehe. Am Ende dient doch alles dem Zweck, ein Publikum zu unterhalten. Ein Kollege hat einmal über mich gesagt, ich vermittle Bildung im Vorbeigehen. Ich nehme klassische Musik durchaus ernst, präsentiere sie aber in einer ungewöhnlichen Weise. Ich zeige, was daran Spaß machen kann.

Gilt das auch für das neue Programm?
Ja, tatsächlich. Wir singen die „Bildnis-Arie“ aus Mozarts „Zauberflöte“ zu viert a cappella – allerdings mit neuem Text. Ich habe den gesamten Text der „Zauberflöte“ überarbeitet. Es reimt sich jetzt besser, ist sprachlich zeitgemäßer, und problematische Stellen habe ich ersetzt. Ich mag es, wenn klassische Musik nicht nur wie etwas aus einer längst vergangenen Zeit wirkt, sondern wenn man merkt: Das ist ja total frisch.

Muss man die Originale kennen, um
daran Spaß zu haben?
Nein, eben nicht. Das ist das Gute. Wenn man sie kennt, hat man zusätzlichen Spaß – aber man muss sie nicht kennen.

Was soll am Ende menschlich hängenbleiben, nach dem Abend im Pier 2?
Leichtigkeit, weil man einen wirklich guten, unterhaltsamen und mitreißenden Abend hatte. Und dass man mit etwas mehr Leichtigkeit auf diese Zeit blickt. Ich bin der Meinung, es gibt immer Anlass zur Hoffnung und immer Anlass zur Zuversicht.

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