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Foto: Frank Eidel
24. Juli 2024

„Die Grenze ist das Grundgesetz“

Satirischer Jahresrückblick: Florian Schröder im Interview

Kabarettist Florian Schröder geht mit „Schluss jetzt! Der satirische Jahresrückblick“ ab Dezember auf Tour. Die Themen: Querdenker, Umdenker, Andersdenker, Nichtdenker. Das Ziel des Abends: Das Jahr weglachen, anstatt zu nörgeln oder jammern. Schroeder analysiert, kommentiert und parodiert. Von der großen Politik bis zu den kleinen Ereignissen des Alltags. Zwölf Monate in zwei Stunden – schnell, lustig und böse. Wir sprachen mit Schröder über seine Humorgrenze als Kabarettist, wie wichtig ein Jahresrückblick in aktuellen Zeiten ist und den privaten Unterschied zur Bühnenfigur.

Kabarettist Florian Schröder geht mit „Schluss jetzt! Der satirische Jahresrückblick“ ab Dezember auf Tour. Die Themen: Querdenker, Umdenker, Andersdenker, Nichtdenker. Das Ziel des Abends: Das Jahr weglachen, anstatt zu nörgeln oder jammern. Schroeder analysiert, kommentiert und parodiert. Von der großen Politik bis zu den kleinen Ereignissen des Alltags. Zwölf Monate in zwei Stunden – schnell, lustig und böse. Wir sprachen mit Schröder über seine Humorgrenze als Kabarettist, wie wichtig ein Jahresrückblick in aktuellen Zeiten ist und den privaten Unterschied zur Bühnenfigur.

Sie machen einen satirischen Jahresrückblick. Reichen dafür aktuell zwei Stunden überhaupt aus?

Wenn Sie den Anspruch haben, wirklich alle Themen zu behandeln, natürlich nicht. Aber das wäre ja auch ein Alptraum – für mich und die Zuschauer. Es geht darum, eine Auswahl zu treffen, es so zu portionieren, dass es ein Spaß ist. Ich habe keinen Anspruch an Vollständigkeit, der wäre auch gar nicht einzulösen. Ich mache das, was mir Spaß macht – und das kann sich dann auf das Publikum übertragen.

Worum wird es inhaltlich gehen?

Es wird um Abschiebungen genauso gehen wie um die sehr lustige Cannabis Legalisierung, ums Deutschlandticket der Bahn ebenso wie um den Antisemitismus seit dem 07. Oktober. Es ist ein sehr buntes, kurzweiliges Programm geworden, wie ich von Zuschauern höre.

Ein Programm von Ihnen heißt „Schroeder darf alles“. Dürfen Sie als Kabarettist tatsächlich alles?

Ja, die Grenze ist das Grundgesetz. Das ist eigentlich kein besonders origineller Satz, aber er ist wieder entscheidend geworden in einer Zeit, in der die Satirefreiheit von unterschiedlichen Seiten zusehends eingeschränkt wird. Die Wendung „Satire darf alles“, von der der Titel entliehen ist, stellt für mich in erster Linie eine Aufforderung zu lustvoller künstlerischer Anarchie dar.

Wie wichtig ist Kabarett gerade in der heutigen Zeit von Fakenews, alternativen Fakten und sozialen Medien?

Mein Eindruck ist: Sie ist wichtiger denn je. Sie kann ein Korrektiv darstellen, einmal den Pause-Knopf drücken und die Dramen ins Lächerliche und damit Leichte wenden.

Inwiefern unterscheidet sich die Bühnenfigur Florian Schroeder vom realen Florian Schroeder?

Wenn ich das so genau wüsste. Die Privatperson gibt ja keine Interviews. Was ich höre ist, dass sie bedeutend schüchterner und zurückhaltender ist als die öffentliche Person.

Sind derzeit eher gute oder eher schlechte Zeiten für Satiriker?

Alle Zeiten sind gute Zeiten für Satiriker. Ich mache die Qualität meiner Arbeit nicht von der Wirklichkeit abhängig. Wenn ich auf Ballhöhe bin, ist alles gut – und vor allem unterhaltsam.

Das Interview führte Martin Märtens

Donnerstag, 11. Januar, Gustav-Heinemann-Bürgerhaus Vegesack.
Infos und Tickets: www.ticketmaster.de

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