Zeit für Bischofsmützen & Co.
Unsere Kolumnistin Melanie Öhlenbach blickt in die aktuellen Kataloge für Saatgut, Stauden, Gemüsejungpflanzen und Obstgehölze.
Pünktlich zu Jahresbeginn flattern sie wieder ins Haus: Kataloge für Saatgut, Stauden, Gemüsejungpflanzen und
Obstgehölze. An nasskalten Wintertagen gehört es zu meinem liebsten Zeitvertreib, gemütlich mit einer Tasse Tee auf
dem Sofa sitzend durch das umfangreiche Angebot zu blättern und mich für die neue Saison inspirieren zu lassen. Und zu staunen.
Darüber, wie viefältig doch die Natur so ist – wie kreativ wir Menschen, wenn wir Dingen einen Namen geben.
Da ist zum Beispiel die Bischofsmütze – ein Kürbis, der seinen Namen seiner Form verdankt: Die Frucht soll der Kopfbedeckung eines Geistlichen ähneln. Oder der Elefantenknoblauch (Allium ampeloprasum), dessen
Zehen unfassbar riesig werden. Das kann ich aus eigener Erfahrung sagen.
Wie jedes Jahr bin ich an diesen Nachmittagen auf der Suche nach mir noch unbekannten Pflanzen. Welches Kraut, welche Blume, welches Gemüse soll in dieser Saison in meinem Garten oder auf meinem Balkon Premiere feiern? Die Liste an Kandidaten ist lang – und wird durch Lektüre und Recherche immer länger.
Wie wäre es mit einer Esparsette (Onobrychis viciifolia)? Der weiß und rosa blühende Schmetterlingsblütler mag es sonnig und trocken, gilt als wertvolle Insektenpflanze und ist in freier Wildbahn selten geworden.
Oder doch mal eine Luffa (Luffa aegyptiaca)? Voll ausgereift sind die Schwammgurken zwar nicht (mehr) essbar, aber für die Körperpflege verwendbar. Mal sehen. Definitiv einziehen wird der Aromatische Kälberkropf, auch Duft- oder Gewürz-Kälberkropf genannt. Ja, Sie haben richtig gelesen. Und vielleicht sogar genauso ungläubig geguckt wie ich
– vor allem, wenn Sie das „r“ überlesen haben … Das Wildkraut mit dem botanischen Namen Chaerophyllum aromaticum ist laut Internet in einigen Regionen Deutschlands heimisch, also auch in der Natur zu finden. Die Fotos erinnern mich an Giersch. Die weißen Blüten sollen nicht nur dekorativ sein, sondern auch würzig duften, lese ich im Katalog. Eine Staude für schattige Bereiche, zudem insektenfreundlich – gekauft! Ich freue mich schon auf die Reaktion der Gartenbesuchenden, wenn sie diesen Neuzugang entdecken: „Wie heißt das? Aromatischer Kälberwas?!“