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Foto: F. Pusch
#Kolumne – Matthias Höllings
26. Juli 2026

„You’ll never walk alone“

Unser Kolumnist Matthias Höllings kommentiert die Bremer Lücke auf dem Walk of Fame.

Unser Kolumnist Matthias Höllings kommentiert die Bremer Lücke auf dem Walk of Fame.

Du wirst nie alleine gehen“, diese emotionale Hymne des Fußball-Clubs FC Liverpool hat es bekanntlich auch bis zu den Fans von Borussia Dortmund geschafft. Und wer dieses Lied wörtlich nehmen möchte, tut dies am besten auf dem vier Kilometer langen „BVB-Walk of Fame“. Für das Ablaufen der über hundert Bronzesterne ist sportliche Kleidung ratsam. Insgesamt sollte man ein bis zwei Stunden Zeit einplanen, um den historischen Rundgang zu meistern. Jeder Stern ist einem besonderen Ereignis, einem Titelgewinn, einem Sponsor oder bedeutenden Persönlichkeiten wie Spielern und Vereinsfunktionären gewidmet.

Und was ist mit uns und Werder Bremen? Der Osterdeich ist zwar auch ein langer Jammer, aber ohne Sterne – zumindest tagsüber. Aber die Berliner haben so etwas seit 2013. Dort werden auf dem „DFB-Walk of Fame“ an der Nordseite des Olympiastadions legendäre Pokalhelden der Vergangenheit und Gegenwart geehrt. Spieler und Trainer verewigen sich dort mit Hand- und Fußabdrücken in Bronze. Warum sollte auch ein Fußballspieler ein „Handspiel“ hinterlassen? In Kürze werden dort Bastian Schweinsteiger als historischer Pokalheld und Harry Kane als Pokalheld der Saison 2025/26 ihre Fußabdrücke hinterlassen. Von Werderspielern fehlt jede Spur. Und was ist mit einer Bremer Beteiligung an herumliegenden Sternen in anderen Städten? Auch da sieht es eher mau aus.

In Berlin gibt’s seit 2010 den „Boulevard der Stars“ in der Nähe des Potsdamer Platzes, auf dem sich zum Beispiel Mario Adorf, Romy Schneider, Iris Berben und Helge Schneider entdecken lassen. Mit Sportlern haben es die Berliner nicht so.

Der erste Berliner Stern ging an Marlene Dietrich, die außerdem einen von den über 2700 auf dem „Walk of Fame“ in Hollywood hat. Die Mainzer wollten da nicht zurückstehen und haben der Frau Dietrich auf ihrer Promi-Meile auch noch einen verpasst. Die Mainzer nennen ihre Himmelskörper allerdings „Sterne der Satire“. Auch hier wieder keine Bremer Beteiligung.

Dafür haben wir einen Knollnasenmann von Loriot auf der Bank in der Contrescarpe und einen Mops auf dem Sofa vor Radio Bremen sitzen. Immerhin. Und einen Klangbogen, der noch gebogen ist, aber nicht mehr klingt, haben wir auch. Geht doch. Seit einem Jahr gibt es im Gebäude der Galeria Kassel eine „Mall of Fame“ mit Persönlichkeiten, Vereinen und Projekten, die sich um die Region verdient gemacht haben, so zum Beispiel die Gebrüder Grimm.

Hm, Galeria haben wir auch. Da war doch was? Sind wir Bremer endlich einmal schneller? Unsere Äquivalent-Mall in der Lloyd-Passage sammelt schon seit 2003 Handabdrücke mit Bezug zur Stadt. Komisch, Hand-, Fuß- oder sonstige Abdrücke der Bremer Stadtmusikanten habe ich dort noch nicht entdeckt, obwohl die vier doch alles richtig gemacht haben und extra nicht „alone gewalkt“ sind.

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