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Foto: Jochen Stoss
#Aus dem Herzen der Raute
11. März 2026

Warum 2026 anders beginnt

Unser Kolumnist Jean-Julien Beer verrät die Besonderheiten der grün-weißen Winterpausen.

Unser Kolumnist Jean-Julien Beer verrät die Besonderheiten der grün-weißen Winterpausen.

Was waren das für Zeiten, als Werder Bremen die Winterpause nutzen konnte, um mal so richtig Ruhe zu haben und die Seele baumeln zu lassen. Als man sich dann im Januar wieder traf, Spieler und Trainer, und locker mit dem Training begann – als Vorbereitung auf die Rückrunde. Der eine oder andere „Profi“ musste nach den leckeren Festtagen gewogen werden und an seinen Pfunden arbeiten, andere (aus Brasilien zum Beispiel) reisten nach so manchem Jahreswechsel auch erst ein paar Tage später zurück nach Deutschland, weil es in der Heimat auf der Südhalbkugel so schön warm war. Oft flog der Werder-Tross dann noch in ein längeres Januar-Trainingslager, um sich den Feinschliff für die nächsten Monate bis zum Saisonende zu verpassen.

Und heute? Ist alles anders. Brasilianer hat Werder keine mehr im Kader. Ins Trainingslager in wärmere Gegenden fliegt man auch nicht mehr, weil dafür gar keine Zeit bleibt. Und es geht auch gar nicht um die Vorbereitung auf die Rückrunde – denn die Spieltage 16 und 17 der Hinrunde müssen 2026 erst noch ausgetragen werden.

Viel Zeit zum Trainieren bleibt Horst Steffen ebenfalls nicht: Allein im Januar stehen für die Werder-Profis sechs Spiele auf dem Programm. Das sind so viele wie für unsere Nationalmannschaft bei den letzten beiden Weltmeisterschaften zusammen.

Das Fußballjahr 2026 beginnt für die Bremer schon am 4. Januar mit einem Testspiel gegen den FC St. Pauli. Und dann geht es in der Bundesliga Schlag auf Schlag: 10. Januar Heimspiel gegen Hoffenheim, drei Tage später englische Woche mit einem Dienstagabendspiel in Dortmund, wieder drei Tage später das erste Rückrundenspiel im Weserstadion gegen Frankfurt. Die weiteren Gegner bis Monatsende: Leverkusen und Mönchengladbach.

Wer also hofft, dass Werder im Winter noch einmal Kraft tanken und am Zusammenspiel arbeiten kann, der irrt leider gewaltig. Es wird eher ein „Learning by doing“. Der Grund für die ganze Hetze: Im Sommer steht die Weltmeisterschaft an. Deshalb muss die Bundesligasaison frühzeitig beendet sein.

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