Zum Seitenanfang
Foto: Frank Thomas Koch
Foto: Frank Thomas Koch
#Aus dem Herzen der Raute
1. September 2026

Torhüter sorgen für viel Geld

Unser Kolumnist Jean-Julien Beer erinnert an Torhüter von Werder Bremen, die Titel gewannen.

Unser Kolumnist Jean-Julien Beer erinnert an Torhüter von Werder Bremen, die Titel gewannen.

Früher hatte Werder Bremen Torhüter, die Titel gewannen,
Nationalspieler wurden oder Kultstatus erlangten – in
vielen Fällen sogar alles auf einmal – Günter Bernard,
Dieter Burdenski, Oliver Reck, Frank Rost, Andreas Reinke oder
Tim Wiese. Die Zeiten haben sich geändert: Neuerdings hat
Werder Spieler im Tor, für die es einen Markt gibt und die man
gut verkaufen kann. Dass sie auch eine gewisse Klasse haben
müssen, damit andere Vereine zugreifen, ist klar.

Für Werder ist das eine Verbesserung, und die ist gewollt:
Jahrelang stand der Tscheche Jiří Pavlenka zwischen den Pfosten.
Wegen seiner Paraden feierten ihn die Fans als „Krake“ –
doch der Plan, ihn nach zwei oder drei Jahren teuer zu verkaufen,
ging nie auf. Für Pavlenka, der fußballerisch limitiert war
und nicht dem modernen Torwartspiel entsprach, gab es keinen
Markt. Am Ende ging er ablösefrei zu Saloniki.

Seither setzt Werder gezielt auf Torhüter, die es besser können
und die das Mitspielen und die Spieleröffnung von hinten
heraus mindestens so beherrschen wie das Abwehren von
Schüssen. Pavlenka wurde durch Michael Zetterer ersetzt,
und der spielte so gut mit, dass ihn Eintracht Frankfurt für die
Champions League verpflichtete.

Die sechs Millionen Ablöse waren für Werder eine wichtige Einnahme, weil die erhofften Verkäufe von Feldspielern nicht klappten. Ein Jahr später wurde auch Zetterers Nachfolger verkauft: Mio Backhaus, bei Werder ausgebildet, wechselte für 15 Millionen Euro zum Europapokalteilnehmer SC Freiburg. Für die klammen Bremer eine enorm hohe Summe.

Und so könnte das auch beim Backhaus-Nachfolger laufen: Karl Hein, 24 Jahre jung und bereits Nationaltorhüter von Estland, war schon vergangene Saison auf Leihbasis bei Werder und wurde diesen Sommer für rund 2,5 Millionen Euro fest verpflichtet.
Er gehörte dem englischen Meister FC Arsenal, der das Top-Talent schon im Teenager-Alter verpflichtete. Wenn Hein in Bremen eine starke Saison spielt, wird es auch für ihn
einen Markt geben.

Der Mann im Hintergrund bei all diesen Planspielen ist Werders Torwarttrainer Christian Vander: Er stellt die Torhüter zusammen. Seine Keeper sicherten Punkte und brachten viel Geld. Das gilt für alle Mannschaftsteile.

Weitere Beiträge