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Foto: F. Pusch
#Kolumne – Matthias Höllings
30. April 2026

Super-mega-billig

Unser Kolumnist Matthias Höllings kommentiert seine Erfahrung beim Schnäppchenkauf.

Unser Kolumnist Matthias Höllings kommentiert seine Erfahrung beim Schnäppchenkauf.

Benzin und Heizöl werden immer teurer, Lebensmittel auch. Da bleibt kaum noch Geld mehr für den Urlaub. Glücklicherweise fällt mein Blick auf einen Werbeprospekt eines Supermarktes, der unübersehbar mit der Ankündigung wirbt: „Beim Kauf aller unserer App-Artikel sparen Sie diese Woche bis zu 106,26 Euro.“ Na, denke ich so, das ist doch wenigstens mal ein Schnäppchen, das man sich nicht entgehen lassen sollte. Also hole ich sofort mein Handy heraus und klicke auf die Angebote. Da ich noch einen dringenden Termin habe, bleibt keine Zeit mehr, sich die einzelnen Angebote etwas genauer anzusehen. Ich denke positiv und tippe auf alle als supergünstig markierten Artikel. Es muss schnell gehen. Ich will los. Wenn schon sparen, dann aber richtig. Und ab einer Bestellmenge von 75 Euro gibt es auch noch einen 5-Euro-Gutschein. Jetzt noch schnell auf den Button „Lieferservice“ getippt und ab dafür. Lieferung am nächsten Nachmittag.

Der Lieferwagen fährt vor, der Fahrer klingelt und fragt: „Steigt bei Ihnen ’ne Party, oder was wollen Sie mit dem ganzen Zeug?“ War ich zu übermütig bei der Bestellung? Es sieht wirklich nach einer umfangreichen Party-Grundausstattung aus: Vier verschiedene Kisten Bier, etliche Flaschen Wein, Wodka und sechs Flaschen Beck’s. Eigentlich unnötig, denn ich trinke gar keinen Alkohol. Aber es sind auch sieben Liter Cola und sechs Liter Milch dabei.

Das sieht alles nach einer Nachbarschaftsfete aus. Und verhungern muss auch niemand: Hühner- und Linseneintopf satt, Fischstäbchen, Käse, Pizza, Milchreis sind genauso mit dabei wie Hähnchenbrust, Schinken, Lachsfilet und Kassler-Koteletts. Als Nachtisch kann ich meinen Gästen Schokoriegel, Erdnuss-Flips, Schoko-Desserts und Pfefferminz-Plätzchen anbieten.

Fete hin oder her, scheinbar hatte ich unbewusst an alles gedacht. Darauf lassen jedenfalls die Frischhaltefolie, die Müllbeutel und 8 × 45 Blatt Haushaltstücher schließen, oder hatte ich das überlesen? Und sogar der 5-Euro-Gutschein ist dabei. Das hat sich doch gelohnt. Der Einkauf beläuft sich auf 462,92 Euro. Als ich dem Fahrer noch 10 Euro Trinkgeld gebe, macht er mich noch auf ein kleines Päckchen mit einem Samsung Galaxy aufmerksam und meint: „Das ist wahrscheinlich für Ihre nächste Bestellung?“ Ich schaue mir meinen gesamten Spontaneinkauf an, überlege, wann die nächste Feier mit den Nachbarn starten kann und verabschiede mich gedanklich aus Kostengründen von meinem geplanten Kurzurlaub. Für gut 100 Euro Ersparnis fast 500 Euro auszugeben ist wohl doch nicht so der Knaller. Schiebe mir leicht genervt eine komplette Tafel Vollmilchschokolade ’rein. Die hatte tatsächlich noch die vollen 100 statt 90 Gramm. So schnell lasse ich mich nicht betuppen …

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