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Foto: Tristan Vankann
#Unternehmensportrait
3. Februar 2026

Mission: Saubere Stadt

Ramona Alberts und Volker Ernst von der Bremer Stadtreinigung im Gespräch

Ramona Alberts und Volker Ernst von der Bremer Stadtreinigung im Gespräch

Die Bremer Stadtreinigung ist mehr als ein klassisches Abfallentsorgungsunternehmen – sie gestaltet aktiv die
Lebensqualität der Stadt und motiviert Bürger:innen dazu, sich für eine saubere und lebenswerte Umgebung einzubringen. Mit Projekten wie den Bremer Aufräumtagen, die starke Prinzipien von Gemeinschaft und Umweltbewusstsein vereinen, zeigt sich, wie viel Engagement bereits in Bremen steckt. Im Interview mit dem STADTMAGAZIN sprechen Ramona Alberts, Netzwerkkoordinatorin, und Volker Ernst, Geschäftsführer der
Abfalllogistik Bremen, über die vielfältigen Aufgaben, nachhaltige Strategien, Mitmachaktionen und Umweltbildungsangebote. Hier erfahren Interessierte, wie sie selbst aktiv werden können.

Frau Alberts, Herr Ernst, könnten Sie unseren Leser:innen kurz erklären, wofür Die Bremer Stadtreinigung zuständig ist und wie ihre Arbeit die Lebensqualität in Bremen verbessert?

Ramona Alberts: Die Bremer Stadtreinigung ist als städtisches Entsorgungsunternehmen dafür zuständig, die Daseinsvorsorge im Bereich Abfallwirtschaft und Stadtsauberkeit sicherzustellen. Das bedeutet: Wir sind für die Straßenreinigung, Müllabfuhr, Recycling-Stationen, Sperrmüllabfuhr, öffentliche Toiletten, den Winterdienst und den Betrieb der Deponien verantwortlich. Unser Ziel ist es, dass Bremen sauber und lebenswert bleibt – und das leisten wir mit vielfältigen Angeboten, Mitmachaktionen, Umweltbildung und einem hohen Engagement für die Stadt.
Volker Ernst: Genau, und ergänzend zur Arbeit der Stadtreinigung beschäftigt die Abfalllogistik Bremen GmbH über 300 Mitarbeitende. Sie kümmern sich beispielsweise darum, Restmüll, Papier, Bioabfall und Sperrmüll bei den Bremer Bürger:innen abzuholen. Wir sorgen auch dafür, dass illegale Müllablagerungen beseitigt werden. Diese Arbeit ist ein wichtiger Teil, um die Lebensqualität in Bremen zu sichern – eine saubere Stadt ist einfach angenehmer für alle.

Gibt es Bereiche, bei denen Bürger:innen oft gar nicht wissen, dass Sie nicht zuständig sind?

Alberts: Ein Bereich, der oft unklar ist, ist die Reinigung von Bürgersteigen. Während wir für öffentliche Fußwege zuständig sind, liegt die Verantwortung für die Bürgersteigreinigung meistens bei den Anlieger:inen. Das sorgt hin und wieder für Missverständnisse. Außerdem kümmern wir uns um illegale Müllablagerungen – ein mühsames Thema, bei dem zuerst festgestellt werden muss, ob es sich um öffentliche oder private Flächen handelt. Das dauert oft, weil komplexe Zuständigkeiten geprüft werden müssen.

Ernst: Richtig, zudem fragen uns viele Bürger:innen nach der Sammlung von Gelben Säcken oder Leichtverpackungen. Das wird jedoch von der privaten Firma RMG übernommen, und wir haben damit nichts zu tun. Es fällt aber trotzdem oft auf uns zurück, wenn etwas bei der Abfuhr schiefgeht.

Herr Ernst, gibt es aktuelle Trends, um effizienter oder umweltfreundlicher zu arbeiten?

Ernst: Ja, es gibt Fortschritte. Ein wichtiges Thema ist Müllvermeidung durch Mehrwegkonzepte – beispielsweise der Wandel hin zu wiederverwendbaren To-go-Verpackungen. Zusätzlich setzen wir uns dafür ein, politische Beschlüsse zu erreichen, etwa höhere Pfandsummen für Glasflaschen oder die schrittweise Abschaffung schwer recycelbarer Verpackungen. Besonders herausfordernd ist das Thema Lithium-Ionen-Batterien im Hausmüll, was regelmäßig zu Bränden in Sortieranlagen führt. Aufklärung und klare Regeln sind hier wichtig. Gleichzeitig müssen wir die Menschen weiterhin für Müllvermeidung sensibilisieren – Nachhaltigkeit ist das Gebot der Stunde.

 

Wie kann das konkret gelingen?

Alberts: Bildung ist hier enorm wichtig. Wir setzen darauf, schon bei Kindern ein Bewusstsein dafür zu schaffen, warum Müll reduziert und Ressourcen geschützt werden müssen. Wir stellen dazu den Bremer Schulen kreative und pädagogisch durchdachte Materialien zur Verfügung, von Abfalltrennplakaten bis hin zu Lernplattformen mit Videos und Spielen. Unsere „Mission Orange“ – so der Name unserer Umweltbildungsangebote und Mitmachaktionen – soll die Kinder befähigen, ihr Wissen auch zu Hause und bei Freund:innen weiterzutragen. Außerdem veranstalten wir Umweltaktionen in Schulen und bei Schulfesten.

Zur „Mission Orange“ zählen auch die Bremer Aufräumtage, die dieses Jahr am 13. und 14. März stattfinden. Welche Bedeutung hat das Event für Ihr Unternehmen und für die Stadt Bremen?

Alberts: Die Bremer Aufräumtage sind für uns ein Herzensprojekt. Dabei können wir viele Menschen direkt aktivieren, um ihre eigene Umgebung schon bewusst zu gestalten. Es ist auch eine tolle Gelegenheit, öffentliche Aufmerksamkeit auf das Thema Stadtsauberkeit zu lenken, und viele Schulen, Vereine und Unternehmen nutzen dieses Event als Gemeinschaftsprojekt. Es ist im Grunde mehr als eine Aktion – es schafft ein Gemeinschaftsgefühl. Die Menschen knüpfen Kontakte und lernen einander besser kennen. Für uns als Stadtreinigung zeigt es, wie viel Engagement und Herzblut in Bremen steckt, wenn es darum geht, die Stadt schöner zu machen.

Gibt es Neuerungen oder besondere Schwerpunkte?

Alberts: Besondere Schwerpunkte gibt es nicht – das System hat sich bewährt und läuft sehr gut. Im vergangenen Jahr konnten wir die Zahl der Teilnehmenden insgesamt um rund 35 Prozent steigern, die Anzahl der teilnehmenden Firmen sogar um 100 Prozent im Vergleich zum Vorjahr – das freut uns natürlich sehr! Die Bremer Unternehmen und Bildungseinrichtungen machen einen großen Teil aus, und über 50 Prozent der Beteiligten stammen aus Schulen und Kitas. Was wir uns allerdings wünschen, ist ein stärkeres Engagement von Familien und Privatpersonen. Aber wir freuen uns über alle, die mitmachen.

Ernst: Erfreulich ist, dass Werder Bremen sich dieses Jahr als Aktionspartner engagiert und ein Aufräumtage-Pre-Game rund ums Weserstadion veranstaltet. Dieses Event schafft zusätzliche Aufmerksamkeit.

Wie können sich die Menschen über die Bremer Aufräumtage informieren und anmelden?

Alberts: Die Anmeldung ist online über unsere Website möglich. Alle angemeldeten Personen bekommen von uns eine kostenlose Sammelausrüstung. Passend zu den Aufräumtagen weisen wir auf unsere Online-Lernplattform hin, die speziell für Kitas und Grundschulen geeignet ist. Dort finden sich Abfalltrennvideos, Spiele, Plakate und auch unser Abfallsong, „Ab in die Tonne“ – ein richtiger Ohrwurm!

Ernst: Mit unserer App kann man unterwegs auch illegale Ablagerungen melden. Sie ist eigentlich für alle Haushalte sinnvoll, denn sie erinnert nicht nur an die eigenen Abfuhrtermine, sondern gibt auch Entsorgungstipps. Mehr als 50.000 Bremer:innen nutzen die App schon, es könnten aber ruhig noch mehr werden.

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