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Foto: Bremer Kriminal Theater
28. Februar 2024

Krimi-Klassiker im Bremer Kriminal Theater

Ralf Knapp, künstlerischer Leiter des Bremer Kriminal Theaters, über das neue Stück "Das Versprechen"

Friedrich Dürrenmatt schrieb 1957 das Drehbuch für den Film „Es geschah am helllichten Tag“, der mit Heinz Rühmann zu einem filmischen Klassiker wurde. Im gleichen Jahr erschien Dürrenmatts Roman „Das Versprechen“ mit einem anderen Ausgang als im Film. Nun inszeniert das Bremer Kriminal Theater den Stoff. Wir sprachen mit dem künstlerischen Leiter Ralf Knapp über das neue Theaterstück.

Friedrich Dürrenmatt schrieb 1957 das Drehbuch für den Film „Es geschah am helllichten Tag“, der mit Heinz Rühmann zu einem filmischen Klassiker wurde. Im gleichen Jahr erschien Dürrenmatts Roman „Das Versprechen“ mit einem anderen Ausgang als im Film. Nun inszeniert das Bremer Kriminal Theater den Stoff. Wir sprachen mit dem künstlerischen Leiter Ralf Knapp über das neue Theaterstück.

Was glauben Sie, was fasziniert Menschen an Kriminalstücken?

Kriminalstücke können sehr unterschiedliche Arten von Faszination ausüben: am häufigsten ist wahrscheinlich die, dass das Böse zwar bedrohlich ist, vom genialen Ermittler jedoch unschädlich gemacht wird, die Welt also in Ordnung bleibt. Was mich am Krimi am meisten fasziniert, ist, dass sich selbst Menschen, die selten über ihren Tellerrand hinausblicken, mit Problemen und Sichtweisen auseinandersetzen, die ihnen sonst verschlossen blieben.

Wie kam es zur Wahl des Stücks?

Es ist einer der Krimiklassiker des deutschen Kinos und steht seit Gründung des Kriminal Theaters auf der Projektliste. Dürrenmatt ist ein Autor, der vielen Menschen in der Schule ziemlich verleidet worden ist. Das verwischt leider die Tatsache, dass man es hier mit einem Schriftsteller zu tun hat, der eine eigene Sprache hat, einen eigenwilligen Humor, der über ein politisches Bewusstsein verfügt und einiges über menschliche Abgründe weiß. Darum rannte Dirk Böhling mit diesem Stückvorschlag bei uns offene Türen ein.

Sie spielen im Stück selbst mit und führen gleichzeitig Regie. Wie bringt man beides unter einen Hut?

Wenn ich mitspiele, habe ich eigentlich nie Regie allein geführt. Diesmal ist an meiner Seite Dirk Böhling. Im Grunde assistiere ich ihm ein wenig beim Regieführen. Auch das erfordert natürlich eine ähnliche Sicht- und Herangehensweise. Sonst können sechs Wochen Proben ziemlich unangenehm werden. Aber das funktioniert bislang erstaunlich gut.

Wie viel von Heinz Rühmann im gleichnamigen Film war für Sie Inspiration?

Bei aller Verehrung, die ich Heinz Rühmann entgegenbringe, habe ich doch Einwände gegen seinen Rollenentwurf. Die versuche ich in meiner Rolle unterzubringen. Dank Rühmanns Darstellung huscht der Film über die Abgründe der Figur hinweg. So bleibt es eine Randnotiz, dass der Kommissar ein Mädchen als Köder missbraucht. Die Verbissenheit, mit der er den Fall verfolgt und ihm alles unterordnet, empfinde ich als das eigentliche Thema. Und sie war es, glaube ich, was Dürrenmatt an dem Stoff interessierte und warum ein Jahr nach dem Erscheinen des Films der Roman „Das Versprechen“ erschien. Dieser hat kein positives Ende und stellt eine düstere Variation des Ganzen dar.

Premiere am Freitag, 9. Februar, 19.30 Uhr, Infos und Spielzeiten: www.bremer-kriminal-theater.de

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