Kaffee gehört zur Alltagskultur
Vom Hafen über Röstereien bis hin zu Cafés ist das braune Gold seit Jahrhunderten Teil der Wesermetropole
Wenn in Bremen über Kaffee gesprochen wird, dann geht es um weit mehr als ein beliebtes Heißgetränk. Kaffee gehört zur Geschichte, zum Selbstverständnis und zum wirtschaftlichen Aufstieg der Hansestadt wie kaum ein anderes Genussmittel. Der Tag des Kaffees am 1. Oktober ist deshalb auch ein Anlass, auf eine Tradition zu blicken, die Bremen über Jahrhunderte geprägt hat.
Schon früh entwickelte sich die Stadt zu einem bedeutenden Umschlagplatz für Waren aus aller Welt. Mit ihrem Hafen, ihren Kaufleuten und den internationalen Handelsbeziehungen wurde die Hansestadt zu einem der wichtigsten Kaffeeorte. Nicht ohne Grund wird Bremen häufig als Kaffeehauptstadt Deutschlands bezeichnet: Fast jede zweite Kaffeebohne gelangt über Bremen und Bremerhaven in die Bundesrepublik.
Rohkaffee aus Übersee kommt hier an, wird geprüft, gehandelt, gelagert und weiterverarbeitet. Damit spielt Bremen nicht nur für den Import eine herausragende Rolle, sondern auch für die Verarbeitung. Die Kaffeeröstereien der Stadt veredeln große Mengen des angelieferten Rohkaffees und beliefern damit Märkte weit über die Region hinaus.
Über Generationen hinweg ist so ein enges Geflecht aus Import, Röstkunst, Handel und Genuss entstanden, das bis heute das Bild der Stadt mitbestimmt. Kaffee ist in Bremen nicht nur ein Wirtschaftsfaktor, sondern auch Teil der Alltagskultur. In Cafés, Röstereien und an vielen Küchen-tischen zeigt sich, wie tief das Getränk im Leben der Menschen verankert ist. Die Verbindung von hanseatischer Kaufmannstradition und feinem Gespür für Qualität hat Bremen einen besonderen Ruf eingebracht: als Stadt, in der Kaffee nicht einfach konsumiert, sondern verstanden, gepflegt und zelebriert wird.