„Im Herzen bleiben wir Punkrocker“
Broilers-Drummer Andi Brügge im Interview über das Comeback, Klamotten und alte Zeiten
Nach zwei Jahren Pause gehen die Broilers wieder auf Tour. Schlagzeuger Andi Brügge spricht im Interview über den Neustart, Muskelarbeit nach der Bandpause, die treue Fanbasis – und warum er Bremen ein bisschen im Herzen trägt.
Wie fühlt es sich an, nach der langen Pause wieder auf Tour zu gehen?
Im Moment noch etwas unwirklich, ehrlich gesagt. Wir können es kaum erwarten. Nach fast zwei Jahren Pause sind die Akkus wieder voll und wir haben richtig Lust, loszulegen.
Bereiten Sie sich auf die Tour vor?
Auf jeden Fall. Einerseits musikalisch: Wir proben schon fleißig und arbeiten an einer neuen Setlist. Andererseits körperlich: Zwei Jahre ohne Tour merkt man schon. Da heißt es: ab aufs Fahrrad, ins Fitnessstudio und gucken, dass die Bühnenklamotten noch passen.
Also spielt Sport auch eine Rolle vor der Tour?
Ja, unsere Konzerte dauern ja in der Regel über zwei Stunden. Das wäre ohne Vorbereitung schon sehr anstrengend. Normalerweise hatten wir jedes Jahr irgendeinen Anlass, uns fit zu halten. Das hat in der Pause gefehlt – und das sieht man auf der Waage. (lacht)
Diese zwei Jahre Pause – waren die auch mal nötig?
Definitiv. Wir hatten früher höchstens erzwungene Pausen, etwa währendCorona. Aber ansonsten waren wir 30 Jahre lang ununterbrochen unterwegs – Konzerte, Studio, neue Platten. Eine bewusste Auszeit war einfach sinnvoll und hat uns allen gutgetan.
Sie haben eben die Bühnenklamotten erwähnt – gibt es da spezielle Outfits?
Wir einigen uns auf Farben, meist Schwarz oder zumindest dunkle Farbtöne – das kaschiert Schweiß und Flecken besser. (lacht) Aber ansonsten sind das ganz normale Sachen. Uns ist es wichtig, dass wir auf der Bühne als Einheit wahrgenommen werden.
Sie haben 1992 angefangen, damals noch in Jugendhäusern gespielt. Heute füllen Sie große Hallen und die Bremer Bürgerweide. Wie blicken Sie darauf zurück?
Wir hatten nie den Plan, „groß“ zu werden, sondern wollten einfach nur Spaß haben. Früher spielten wir vor 100 Leuten, alle tranken vorher zusammen ein Bier – das war eher Party. Heute ist das professioneller: Die Leute zahlen Eintritt, wollen was geboten bekommen. Aber der Spirit ist geblieben. Wenn wir Spaß haben, haben die Leute ihn auch.
Welche Bands haben Sie geprägt?
The Clash, Sex Pistols, Die Toten Hosen – das ganze Punkrock-Spektrum. Später kamen Social Distortion dazu, auch Oi!-Bands aus England. Heute fließen Ska, Reggae und Soul ein, aber im Herzen bleiben wir Punkrocker.
Wie würden Sie den Sound heute beschreiben?
Kraftvoll, melodiös und mit einem Schuss Pathos.
Sie haben eine besondere Geschichte mit Bremen – Ihr erstes Livealbum wurde hier aufgenommen.
Stimmt, es wurde teilweise im Aladin aufgezeichnet. Ich hab auch persönlich Bezug zur Stadt – meine Marine-Grundausbildung war in Bremerhaven, daher war ich oft hier. Einmal gab’s allerdings einen legendären Magen-Darm-Vorfall auf der Tour 2014 – aber das ist eine andere Geschichte. (lacht) Trotzdem: Bremen war immer gut zu uns.
Was möchten Sie den Fans in Bremen mitgeben?
Kommt vorbei! Wir spielen auf der Bürgerweide, haben Songs aus 30 Jahren im Gepäck, von ruhig bis Vollgas. Wir hatten genug Pause, jetzt wird’s wieder Zeit, das zu tun, was wir am besten können: live spielen.