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Foto: Jamora Roots
30. September 2026

Getränke aus getrockneten Kaffeekirschen

Wie Jamora Roots aus einem Nebenprodukt ein innovatives Produkt macht und dabei Farmen in Jamaika stärkt

Wie Jamora Roots aus einem Nebenprodukt ein innovatives Produkt macht und dabei Farmen in Jamaika stärkt

Kaffeebohnen kennen alle, Cascara dagegen kaum jemand. Dabei steckt gerade in der Hülle der Kaffeekirsche viel Potenzial: Geschmack, Koffein und eine Idee für mehr Nachhaltigkeit. Das Bremer Start-up Jamora Roots will genau das sichtbar machen. Im Gespräch mit dem STADTMAGAZIN Bremen erzählen die Geschwister Jeromy und Marcela Garvey, wie aus einem Nebenprodukt ein neues Getränk wurde – und warum dabei nicht nur Konsument:innen, sondern auch Kaffeebauern in Jamaika profitieren.

Was ist Cascara genau?
Jeromy Garvey: Cascara ist die Fruchthülle der Kaffeekirsche, also das Fruchtfleisch rund um die Bohne. Normalerweise wird sie bei der Kaffeeproduktion oft weggeworfen, obwohl sie viel Potenzial hat. Sie enthält Koffein, allerdings deutlich weniger als Kaffee, außerdem Antioxidantien und weitere Inhaltsstoffe. Vor allem aber ist sie eine spannende Alternative für Menschen, die wach und fokussiert sein wollen – ohne die starke Wirkung von Kaffee oder klassischen Energydrinks.

Wie ist daraus Ihre Geschäftsidee entstanden?
Wir haben Familie in Jamaika und dadurch einen engen Bezug zur Kaffeeproduktion dort. Auf Farmen in den Blue Mountains haben wir erlebt, wie wertvoll der Kaffee ist, aber wie wenig bei vielen Farmern davon ankommt. Dann haben wir vor Ort zum ersten Mal einen Aufguss aus der Kaffeekirsche probiert. Das war für uns ein Schlüsselmoment: Das Getränk ist aromatisch, fruchtig, belebend und zugleich die Chance auf eine zweite Einnahmequelle für die Bauern, ohne zusätzliche Anbauflächen schaffen zu müssen.

 

Was ist das Besondere an dem Produkt?
Wir nutzen einen Rohstoff, der bereits vorhanden ist. Das ist nachhaltig, weil nichts zusätzlich gerodet oder gepflanzt werden muss. Gleichzeitig schaffen wir ein natürliches Getränk mit ausgewogenerer Kof-feinwirkung. Außerdem arbeiten wir daran, unsere Produkte biozertifizieren zu lassen. Aktuell befinden wir uns mit den Farmen in Jamaika im Umstellungsprozess.

Wie fällt die Resonanz auf Cascara bisher aus?
Marcela Garvey: Sehr positiv, sobald sie probiert haben. Die größte Hürde ist tatsächlich erst mal die Unbekanntheit. Viele können sich unter Cascara nichts vorstellen. Aber wenn wir erzählen, dass es aus der Kaffeekirsche stammt, sind die Leute neugierig. Und nach der Verkostung ist die Resonanz oft richtig gut.

Wie kommt Jamora Roots aktuell zu den Kundinnen und Kunden?
Jeromy Garvey:: Wir setzen im Moment auf verschiedene Wege – einerseits über Veranstaltungen, Märkte und Festivals, bei denen die Leute unsere Produkte direkt probieren können. Andererseits bauen wir unseren Onlineverkauf weiter aus und sind auch im Gespräch mit lokalen Läden und Gastronomiebetrieben in Bremen und Niedersachsen. Gerade bei einem Produkt wie Cascara ist der direkte Kontakt wichtig, weil viele Menschen erst durch das Probieren verstehen, was es besonders macht.

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