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#Kolumne – Ausgebuddelt und aufgetischt
1. Mai 2026

Ein Augenschmaus

Unsere Kolumnistin Melanie Öhlenbach gibt Einblicke in essbaren Augenschmaus.

Unsere Kolumnistin Melanie Öhlenbach gibt Einblicke in essbaren Augenschmaus.

Essbare Blüten sorgen nicht nur für gute Laune im Balkonkasten, sondern auch auf dem Teller. Gerade für Balkone und kleine Gärten sind solche Pflanzen mit Mehrfachnutzen ein Gewinn.

Als ich mit dem Gärtnern auf dem Balkon anfing, hatte ich mir vorgenommen: In meine Blumenkästen kommt nur Essbares. Nichts gegen Geranien, Fuchsien und Männertreu. Aber nur schön aussehen – sorry, das reicht leider nicht. Trotz dieses Vorsatzes habe ich auf bunte Farbtupfer in all dem Grün nie verzichten müssen. Und das nicht nur, weil natürlich auch Tomaten, Erbsen und Bohnen blühen. Es gibt viele Pflanzen, deren Blüten schön aussehen und genießbar sind. Und die Vielfalt der Aromen ist beeindruckend: Von zuckersüß bis pfeffrig-scharf ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Blüten von Kapuzinerkresse (Foto), Schnittlauch und Schnittknoblauch verwende ich beispielsweise gern für Kräuterquark, Dips und Kräuterbutter

Auch in der Salatschüssel landen diese Blüten regelmäßig – neben denen von Borretsch, Hornveilchen und Rucola. Getrocknete Blütenblätter von Ringelblume, Kornblume, Rose, Oregano, Thymian und Lavendel machen Zucker und Salz farbenfroh. Und zum Backen eignen sie sich ebenso: Flower Cookies sind der Hit bei jedem Kaffeeklatsch.

Doch bevor Sie nun jede hübsch aussehende Blüte auf den Teller legen, daraus Tee zubereiten oder damit Kuchen dekorieren, noch eine ausdrückliche Warnung: Seien Sie ganz sicher, dass diese Blüte essbar ist. Es gibt ja auch Arten, deren Blüten ungenießbar oder sogar giftig sind. Nachtschattengewächse wie Tomate und Kartoffel, aber auch Christrose, Maiglöckchen, Fingerhut, Hahnenfuß und Schierling sind einige bekannte Beispiele. Auch von Gewächsen, die zwar grundsätzlich genießbar, im Verkauf aber nicht explizit so deklariert sind, lasse ich die Finger: Sie sind nur als Zierpflanzen gedacht und können mit Pflanzenschutzmitteln behandelt worden sein.

Sie sind unsicher, ob eine Blüte essbar ist? Dann erfreuen Sie sich lieber an ihrem Anblick. Ein Augenschmaus ist schließlich auch etwas Feines.

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