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Foto: Pixabay
13. Dezember 2025

Der Duft von Apfel

Unsere Autorin Melanie Öhlenbach beschreibt in ihrer Kolumne, warum für sie der Duft von Äpfeln unbedingt zur Vorweihnachtszeit gehört.

Unsere Autorin Melanie Öhlenbach beschreibt in ihrer Kolumne, warum für sie der Duft von Äpfeln unbedingt zur Vorweihnachtszeit gehört.

Tannennadeln, Plätzchen, Glühwein – die Vorweihnachtszeit ist erfüllt von herrlichen Düften. In diesem Jahr beherrscht ein fruchtiges Aroma die Wohnung, das bei mir schöne Erinnerungen weckt: Es duftet nach Apfel.
Es gibt viele Möglichkeiten, die Früchte des Malus domestica zu verarbeiten: in Kuchen, Mus und Saft zum Beispiel. Keine begeistert mich jedoch gerade so sehr wie das Dörren. Seit Wochen surrt das entsprechende Gerät in der Küche. Kiloweise sind darin schon saftige Schnitze verschwunden und getrocknet wieder herausgekommen. Sechs bis acht Stunden dauert es, den Früchten die Feuchtigkeit zu entziehen. Doch das Warten macht mir nichts aus: Warmer Apfelduft versüßt mir die Tage.

Früchte an der Luft zu trocken, ist eine uralte Methode, um sie haltbar zu machen. Als Dörrobst lassen sie sich nicht nur lange aufbewahren, sondern auch prima verschenken.

In meiner Unizeit bekam ich jedes Jahr zum ersten Advent ein Paket mit allerlei weihnachtlichen Köstlichkeiten von zu Hause:

 

Nüsse und Tee, selbst gemachte Marmelade, Plätzchen und den einzigen Stollen, den ich bis heute wirklich gerne esse: ohne Marzipan, Zitronat und Puderzucker.

Das schönste Geschenk steckte für mich jedoch in weißen Butterbrottüten, die sorgfältig mit schwarzem Filzstift beschriftet waren: Mirabellen, Birnen, Zwetschgen, Äpfel. Jedes Jahr habe ich mir diese Schätze gewissenhaft eingeteilt – und manchmal haben sie tatsächlich bis ins neue Jahr gereicht.

Bis heute ist selbst gemachtes Dörrobst für mich unbezahlbar. Auch wenn ich es mir leisten könnte: Keine gekaufte Ware kommt an diese spezielle Süße, Fruchtigkeit und Konsistenz heran, von den schönen Erinnerungen mal ganz abgesehen. Denn auch das Apfeljahr lässt sich auf diese Weise konservieren: Emsiges Summen in schneeweißen Blüten. Lange Kaffeepausen im schattigen Grün. Und natürlich die überreiche Ernte. All das steckt für mich in diesem Jahr in den gedörrten Fruchtschnitzen – es ist mein erstes selbst gemachtes Dörrobst. Ich freue mich schon darauf, es mit anderen zu teilen. Die ersten Päckchen sind schon gefüllt.

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