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Foto: A. Gumz
#Aus dem Herzen der Raute
18. Juli 2024

Danke, Nelson Valdez!

Jean-Julien Beer erklärt, warum der Paraguayer dem Verein gut tut.

Jean-Julien Beer erklärt, warum der Paraguayer dem Verein gut tut.

Man muss Werder Bremen an dieser Stelle einmal loben für die Idee, Nelson Valdez wieder zu den Profis geholt zu haben. Seit Januar sieht man den Paraguayer bei den Spielen und den Trainingseinheiten – am Rand, leider nicht in der ersten Elf. Wobei: Er wirkt immer noch gut trainiert und hat diese fröhliche Ausstrahlung. Man müsste das vielleicht mal ausprobieren, wenn Werder die Stürmer ausgehen. 40 Jahre ist Valdez inzwischen, aber das ist in Bremen ja noch kein Alter, wie man seit Mirko Votava weiß. Und auch Claudio Pizarro hat es gezeigt: „Pizza“ spielte noch mit 41 Jahren, acht Monaten und 24 Tagen für Werder in der Bundesliga – und zeigte nebenher den oft 20 Jahre jüngeren Stürmern im Training, was man so alles mit dem Ball machen kann.

Unvergessen ist auch, wie er im Sommertrainingslager 2019 am Chiemsee bei einer Torschussübung einen Ball versenkte, den man eigentlich nicht im Tor unterbringen kann – es sei denn, man heißt eben Claudio Pizarro. Die Umherstehenden staunten und klatschten, auch der damals junge Stürmer Milot Rashica schaute mit großen Augen zu.

Woraufhin Claudio ihm im Vorbeilaufen trocken zurief: „Look and learn!“ „Schau zu und lerne“, vielleicht auch „Hör zu und lerne!“ – das passt ganz gut zu Valdez. Der soll nämlich Werders argentinischem Abwehrspieler Julian Malatini helfen, als Dolmetscher und Wegbegleiter. An der guten Entwicklung des Winter-Neuzugangs kann man erkennen, wie wichtig eine solche Unterstützung fernab des heimischen Kontinents sein kann.

Bayer Leverkusen war der erste Verein, der seine Neuzugänge aus Südamerika hervorragend betreute – weshalb die sich am Rhein fast alle prächtig entwickelten und für viele Millionen verkauft wurden. Andere Klubs hingegen offenbarten da Defizite, weshalb einige kuriose Geschichten in der Liga kursieren. Etwa von der asiatischen Spielerfrau, die sich den Einkaufwagen voller Hundefutterdosen packte, obwohl sie gar kein Tier hatte – sie dachte, das wären Fertiggerichte. Oder von dem südamerikanischen Abwehrspieler, der im Ruhrgebiet stundenlang im Auto an der Tankstelle saß. Er dachte, ein Tankwart würde seine Nobelkarre betanken. Derlei wird Malatini erspart bleiben – für den Spieler und für Werder könnte sich das auszahlen. Danke, Nelson Valdez!

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