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Foto: Medienservice Bremen
#Aus dem Herzen der Raute
27. Juni 2026

Calli und die Stadtmusikanten

Unser Kolumnist Jean-Julien Beer kommentiert sein Verhältnis zu Reiner "Calli" Calmund

Unser Kolumnist Jean-Julien Beer kommentiert sein Verhältnis zu Reiner "Calli" Calmund

Anrufe von Rainer Calmund sind immer interessant. Das weiß und schätze ich seit 26 Jahren, denn im Sommer 2000 liefen wir uns zum ersten Mal in der Bundesliga über den Weg. Er war der XXL-Manager bei Bayer Leverkusen, ich war ein junger Sportreporter. Offensichtlich so jung, dass Calli mich schon am ersten Tag einfach so nannte: „Hör mal, Jung, ich muss dir mal watt sagen …“ Das macht er bis heute so. Ich bin und bleibe für ihn „der Jung“.

Als Calmund nun im April mit seinem Bühnenprogramm „Ein runder Abend mit Fußball & Freunden“ nach Bremen in die Glocke kam, verabredeten wir uns für ein Interview im Vorfeld. Wir wollten montags telefonieren. Drei Tage davor rief er aber plötzlich schon an, als ich mit dem Fahrrad im Wald war. Das Problem: Mein Handyakku leuchtete rot und verabschiedete sich in den Stromsparmodus. Und ich hatte gerade meinen Sohn am Telefon. „Sorry, der Calli ruft an, da muss ich ran!“, verabschiedete ich mich vom Filius. Denn eins ist für mich klar: Ruft jemand wie Reiner Calmund an, ist es eine Frage von Respekt, den Anruf anzunehmen. Das galt immer auch für Willi Lemke und Rudi Völler. Nur nicht für Uli Hoeneß, denn der ruft mit unterdrückter Nummer an.

Unser Gespräch während der Radtour lief so: „Herr Calmund, schön, dass Sie anrufen, aber ich bin im Wald und habe keinen Akku mehr …“ „Ja, Jung, aber hör mal …“ Das Gespräch dauerte dann 21 Minuten. Es ging um Werder und die Bundesliga. Es war richtig gut. Mein Akku hielt das durch, Respekt deshalb auch für Apple.

Montags darauf führten wir das eigentliche Interview, sehr spannend und unterhaltsam – es erschien im WESER KURIER. Doch am Abend rief er noch einmal an. „Hör mal, Jung. Wegen Bremen“, fing er an. Es ging ihm nicht um Werder, sondern um die Stadtmusikanten. Calli erzählte, wie er im Sommer 1996 den Abschiedsabend zum Karriereende von Rudi Völler organisierte, im Casino in Leverkusen. Von jedem Verein, für den Völler spielte, gab es etwas. Italienische Spezialitäten für den AS Rom. Irgendwas vom Hafen Marseilles. Calli: „Und dann habe ich die Bremer Stadtmusikanten aus Eis anfertigen lassen, als Skulptur. Jung, ich sag’ es dir, das sah super aus.“ Die Stadtmusikanten aus Eis – der Calli hat eben ein großes Herz.

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