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23. August 2022

Für Betroffene und Fachpersonal

„NEURO 2022“: Neben Parkinson und Multiple Sklerose (MS) steht bei der Messe die Krankheit Demenz im Fokus

Die „NEURO“ ist eine Tagung für Mediziner:innen, Therapierende, Pflegende, Betroffene und Angehörige rund um die neurologischen Erkrankungen Multiple Sklerose, Morbus Parkinson und – neu in diesem Jahr – Demenz. Aufgrund der Bevölkerungsentwicklung sind immer mehr Menschen von diesen Erkrankungen betroffen. Das macht einen intensiven Wissenstransfer zwischen den Betroffenen und allen professionellen Beteiligten sehr wichtig. Fehlende Erinnerungen, mangelnder Orientierungssinn oder das Verlernen alltäglicher Fähigkeiten können erste Anzeichen einer Demenz sein. Dabei können eine gesunde Lebensweise und die Vermeidung gesundheitlicher Risikofaktoren die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung verringern oder den Verlauf verzögern. „Wird die Demenz im Frühstadium erkannt, kann die Krankheit verzögert und somit Lebenszeit und -qualität gewonnen werden“, sagt Professor Dr. Richard Dodel von der Universität Duisburg-Essen. Er ist einer von zwölf Expert:innen aus ganz Deutschland, die im Rahmen der „NEURO“ im Congress Centrum Bremen aktuelle Forschungsergebnisse und Therapieoptionen bei neurologischen Erkrankungen vorstellen. Neben den Kernthemen Parkinson und Multiple Sklerose (MS) steht in diesem Jahr die Krankheit Demenz im Fokus.

Die „NEURO“ ist eine Tagung für Mediziner:innen, Therapierende, Pflegende, Betroffene und Angehörige rund um die neurologischen Erkrankungen Multiple Sklerose, Morbus Parkinson und – neu in diesem Jahr – Demenz. Aufgrund der Bevölkerungsentwicklung sind immer mehr Menschen von diesen Erkrankungen betroffen. Das macht einen intensiven Wissenstransfer zwischen den Betroffenen und allen professionellen Beteiligten sehr wichtig. Fehlende Erinnerungen, mangelnder Orientierungssinn oder das Verlernen alltäglicher Fähigkeiten können erste Anzeichen einer Demenz sein. Dabei können eine gesunde Lebensweise und die Vermeidung gesundheitlicher Risikofaktoren die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung verringern oder den Verlauf verzögern. „Wird die Demenz im Frühstadium erkannt, kann die Krankheit verzögert und somit Lebenszeit und -qualität gewonnen werden“, sagt Professor Dr. Richard Dodel von der Universität Duisburg-Essen. Er ist einer von zwölf Expert:innen aus ganz Deutschland, die im Rahmen der „NEURO“ im Congress Centrum Bremen aktuelle Forschungsergebnisse und Therapieoptionen bei neurologischen Erkrankungen vorstellen. Neben den Kernthemen Parkinson und Multiple Sklerose (MS) steht in diesem Jahr die Krankheit Demenz im Fokus.

Leicht verständliche Vorträge für Laien im Programm

Das Besondere an der „NEURO“: Das Programm richtet sich gleichermaßen an Privatbesuchende und Fachteilnehmende. „Wir möchten bewusst den Austausch zwischen Erkrankten und Angehörigen, Pflegenden, Therapierenden und medizinischem Fachpersonal fördern“, sagt Projektleiterin Susan Haus von Congress Centrum Bremen. „Aus diesem Grund stellen einige Referierende ihre Forschungserkenntnisse und Therapiemöglichkeiten zweifach vor – auf Fachniveau für Kolleg:innen und leicht verständlich für Betroffene und deren Angehörige.“
In der begleitenden Ausstellung präsentieren Fachunternehmen ihre Behandlungsmöglichkeiten und Therapieangebote. „Wir werden einen Büchertisch vor Ort haben, der für alle Zielgruppen geeignete Literatur anbietet, etwa Fachbücher, Biografien, Comics und Romane. Die Teilnehmenden können sich vor Ort über die Vermeidung eines Dekubitus, die neuesten Reha-Methoden zur Prävention oder für die Reha zu Hause informieren. Es werden Treppensteiger, Bewegungsgeräte und passenden Maßnahmen vorgestellt, um wieder fit für Alltag und Beruf zu werden. Es gibt Informationen über Entlastungsangebote und Schulungen für Angehörige, außerdem können Besuchende den ‚Wünschewagen‘ kennenlernen“, so die Projektleiterin.

Handlungstipps für Betroffene

Laut der Deutschen Alzheimergesellschaft e. V. leben in Deutschland nach jüngsten epidemiologischen Schätzungen rund 1,6 Millionen Menschen mit Demenz. Die meisten von ihnen sind von der Alzheimer-Krankheit betroffen. Täglich treten durchschnittlich etwa 900 Neuerkrankungen auf. Forschende haben insgesamt zwölf Faktoren definiert, die das Risiko einer Demenzerkrankung beeinflussen können. „Dazu gehören gesundheitliche Faktoren wie Diabetes, Bluthochdruck und Übergewicht. Aber auch Personen mit Depressionen, Schlafmangel oder geringer Bildung haben ein erhöhtes Alzheimer-Risiko“, erklärt Dodel. Er möchte, seine Kolleg:innen dazu zu animieren, den beinflussbaren Risikofaktoren mehr Bedeutung beizumessen und Betroffene für ihre eigenen Handlungsmöglichkeiten zu sensibilisieren.

Therapie- und Entlastungsmöglichkeiten

Die Professorin Dr. Brit Mollenhauer von der Paracelsus-Elena-Klinik in Kassel widmet sich in ihrem Vortrag der Frage, was jede und jeder selbst gegen den Nervenzelluntergang machen kann. In weiteren Vorträgen teilen Forschende ihre Ergebnisse zu neuen Therapiemöglichkeiten bei Parkinson oder zur richtigen Ernährung bei neurologischen Erkrankungen und zeigen Entlastungsmöglichkeiten für betroffene Angehörige. Erstmals nimmt der bekannte Cartoonist Phil Hubbe an der Messe teil, der an MS erkrankt ist und dem eine kleine Veranstaltung gewidmet ist. Interssierte können zudem mit „Yoga auf dem Stuhl“ oder auch „Fit mit Karate“ aktiv werden. Mit bis zu 800 Teilnehmenden und 40 Ausstellenden ist die „NEURO“ Nordwestdeutschlands größte Fortbildungs- und Informationsveranstaltung im Themenfeld neurologischer Erkrankungen. Nach zwei Jahren pandemiebedingter Pause findet die Veranstaltung wieder in Präsenz statt. Kooperationspartner der Messe ist die Patienteninitiative in der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft und der Deutschen Parkinson Vereinigung, Landesverband Bremen e. V.

MS Rainer legt in Bremen an

Cartoonist Phil Hubbe

Phil Hubbe greift das Thema Behinderung mit seinem Humor auf und zeigt, mit welchen Vorurteilen und Problemen betroffene Menschen konfrontiert werden. Da der 56-Jährige schon seit 35 Jahren an Multiple Sklerose erkrankt ist, kann er zum Teil aus eigenen Erfahrungen schöpfen. In diesem Jahr werden seine Cartoons auf der „NEURO“ in einer kleinen Ausstellung präsentiert.

Was verbindet Sie mit der Veranstaltung?

Ich bin als Referent eingeladen und halte eine Art Cartoon-Lesung. Anhand meiner Cartoons erzähle ich von meiner Krankheit und das Thema Behinderung im Allgemeinen.

Wie sind Sie dazu gekommen, Cartoons zum Thema Behinderung zu zeichnenen?

Seit 1985 bin ich an MS erkrankt, die Diagnose habe ich erst 1988 bekommen. Ende der 90er-Jahre veröffentlichte der Amerikaner John Callahan Cartoons über Behinderte, die im Magazin „The New Yorker“ herausgebracht wurden. Das hat mir gefallen, also habe ich das Thema Behinderung in meiner Arbeit aufgenommen und bearbeitet, so konnte ich Erfahrungen verarbeiten und umsetzen.

Hat der Diskurs über Behinderung und Humor sich Ihrer Ansicht nach seit den 90er-Jahren gewandelt?

Ja, es hat sich schon eine Menge geändert: Wenn ich daran denke, als ich damals die ersten Zeichnungen anderen Leuten oder Zeitungen vorgelegt habe, wurde sehr vorsichtig damit umgegangen und oft sind sie gar nicht erst veröffentlicht worden. Selbst die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft wollte nichts rausbringen.

Wie kam es zu der Veränderung?

2006 habe ich den Hertie-Preis für Engagement und Selbsthilfe
bekommen, er wurde initiiert von Landesverbänden, die mich dann auch zu Ausstellungen eingeladen haben. Da haben sie gemerkt, dass es ein Thema ist, und so wurde es dann immer mehr von größeren Organisationen genutzt. Mittlerweile sieht man ja auch, wie in Filmen das Thema Behinderung wie in „Ziemlich beste Freunde“ aus einem anderen Blickwinkel mit Humor gezeigt wird, und dass es ein wichtiger Aspekt ist. Gerade in der Inklusion, die ja immer groß angepriesen wird.

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